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Freitag, 24. Oktober 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXVII)

Ich habe mir gerade die komplette "Debatte" von Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk über die Qualität des Fernsehens auf youtube angesehen. Das Hauptproblem dieser Diskussion (die eigentlich keine war, weil beide beständig aneinander vorbeiredeten) bestand meines Erachtens in einer Gemeinsamkeit dieser beiden so unterschiedlichen Personen, nämlich der, dass es sich bei beiden um alte Männer handelt, die geistig aus reiner Gewohnheit in U- und E-Kultur trennen und von daher nicht sehen können, dass es den Kompromiss, den Reich-Ranicki vorschlägt, längst gibt: Die gehobene Populärkultur. Wenn in der Diskussion nämlich tatsächlich unwidersprochen Helge Schneider und Atze Schröder auf einem gleichen Niveau angesiedelt werden, dann kommt man zu dem Schluss, dass die Herren auch einen David Lynch-Thriller und den ZDF-Sonntagskrimi als gleichwertig betrachten würden. Dabei ist jeweils ersteres genau eine solche Art von Kultur, die die geforderte Verbindung von Unterhaltung und Kunst leistet. Ich komme also zu dem Schluss, dass Leute, die bei aktueller Unterhaltungskunst genauer differenzieren können, dringend gebraucht werden und melde mich hiermit für diesen Job.

Freitag, 5. September 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXVI)

Die Sache mit dem Affenhirn...

Seit vielen, vielen Jahren höre ich immer wieder die groteske Geschichte, dass in China (oder wahlweise Taiwan, Vietnam, Indonesien, Japan, Thailand, Indien oder Afrika) Affenhirn von lebenden Affen ('live monkey brains') gegessen wird. Die Legende besagt, dass ein Affe dabei unter einem runden Tisch im Restaurant festgeschnallt wird, der in der Mitte ein Loch hat, aus dem sein Schädel rausguckt. Dann wird der Kopf aufgesägt und die Gäste essen fröhlich das Gehirn aus dem Kopf wie aus einer Schüssel, während der Affe unter dem Tisch schreit, um sich schlägt und sich mit Leibeskräften wehrt.

Ich bin nach langer Recherche zu dem Thema mittlerweile stark davon überzeugt, dass es sich um eine urbane Legende (ähnlich den Alligatoren in den New Yorker Abwasserkanälen, aber viel diffuser und variantenreicher) handelt, die Geschichte hält sich dennoch hartnäckig. Zuletzt entdeckte ich bei Spiegel TV einen Bericht über den illegalen Tierhandel in Burma (Achtung: das Video ist zweiteilig), in dem der dort oft tätige Photograph und Naturschützer Karl Amman über einen Affen auf dem dortigen Markt sagt, dass das diese Art von Affe sei, die man in der oben genannten Form verspeisen würde. Ich habe Herrn Amman natürlich sofort eine Mail geschrieben und ihn gefragt, woher er die Geschichte kenne und ob er eine first-hand experience zu dem Thema beitragen könnte. Seine Antwort überrascht mich nicht sonderlich:

"Dear Mr. Baumer,

we did not do much research on this since the local guide of special region four which does not see many western tourists confirmed that it was a practice going on. He also stated that until a few years ago he knew of a restaurant which had the table with the hole on the top and that he did not know what happened to the table when it closed down. I myself must have checked a dozen of the primate skeletons in the traditional Chinese market and they all had their skulls smashed in. Clearly this might have been done to preserve the skeleton but I doubt that having gone through this effort the brain tissue would then be wasted.

So I am totally convinced this is more then a myth."


Ein lokaler Führer hat ihm also davon erzählt, aber auch dieser hat nur mal von einem Restaurant gehört ("he knew of"), das einen solchen Tisch gehabt haben soll. Dieses hat natürlich schon seit einigen Jahren geschlossen und der Tisch ist verschwunden.

Die Art und Weise, wie die Geschichte weitererzählt wird, ist bemerkenswert und die Tatsache, dass Amman mit diesem grauenhaften Bild im Hinterkopf auf dem Markt viele Affenskelette gesehen hat, bei denen der Schädel eingeschlagen wurde, lässt ihn natürlich nicht mehr an der Sache zweifeln, er übersieht dabei aber, dass Affenhirn tatsächlich in Asien gegessen wird. Nur halt nicht von lebenden Affen. Die Aussage des respektieren Naturschützers bei Spiegel TV hingegen wird sicherlich hunderte von Menschen generieren, die die Story in irgendeiner Form weitertradieren, schließlich gilt er als verlässliche Quelle. Ich habe ihn darum gebeten, sich bei Gelegenheit nochmal nach dieser Geschichte umzuhören, wenn er wieder dort ist und bleibe mehr als skeptisch.

Freitag, 29. August 2008

Welcome Home

Zweimal haben wir bereits angehalten, dieses Mal muss unser Fahrer tanken. Die Landesgrenze aber nehmen wir vorher noch, wir sind ja schließlich alle froh, mal wieder in der Gegend zu sein. Wir, das ist ein Haufen von vier zufällig zusammengewürfelten Menschen, die in Hamburg leben und arbeiten, aber doch alle irgendwie im Süden der Republik verwurzelt sind und die sich über mitfahrgelegenheit.de gefunden haben, um eben hierher zu kommen. Ein gerade promovierender Inder, ein Soldat, ein Typ, der eine Ausbildung in der Tourismusbranche macht und ich. Wir stehen gerade zwei Minuten an der Raststätte, noch etwas abseits von den Zapfsäulen, rauchend, als neben uns ein weißer Audi hält. "Guten Abend. Zivilstreife. Wir suchen nach Waffen, Sprengstoff, Drogen", sagt einer der beiden Typen, die eilig aussteigen und mit ihren Ausweisen wedeln. Die Art und Weise, wie er das sagt, erinnert mich an einen Klassenkameraden aus der Grundschule, der Gedichte zwar perfekt auswendig lernen, aber beim Vortrag vor der Klasse nicht richtig intonieren konnte.

"Willkommen in Bayern", murmelt mir der Jüngste in unserer illustren Reisegruppe zu und trifft die Sache damit so haarscharf auf den Punkt, dass ich kurz laut auflachen muss, was für ersten Unmut bei den Beamten sorgt. Die nächste Stunde verbringen wir damit, dass unser komplettes Gepäck durchwühlt wird, dann ziehen die beiden Herren, scheinbar fast beleidigt darüber, dass wir nichts verwertbares dabei hatten, mürrisch ab.

Sonntag, 20. Juli 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXV)

Es gibt Leute, die gehen, auch wenn sie sich unbeobachtet fühlen, so, als würden sie von irgendjemandem beobachtet.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXIV)

Bayreuth streamt in diesem Jahr die Premiere der Festspiele, Katharina Wagners Inszenierung der "Meistersinger", ins Internet und überträgt das Ganze gleichzeitig auf einer auf dem Festplatz errichteten „Public Viewing“-Leinwand, vor der Platz für 15.000 Zuschauer sein soll, wie heise berichtet. Klingt absurd? Ist es auch: Für an Wucher grenzende 49 Euro bekommt man eine digitale Online-Eintrittskarte für den Stream. Man muss allerdings Masochist oder Hardcore-Wagner-Fetischist sein, um sich das am Bildschirm anzutun und auch noch Geld dafür zu zahlen, denn auch eine High-End-Anlage am PC würde nichts nützen: Die Sound- und Bildqualität ist nämlich, wenn man den Testvideos vertrauen darf, WM 9.1 mit ungefähr 524kbit/s in 512x288 Auflösung mit 64kbit Audio. Für diejenige, die das Technobabble nicht verstehen: Es ist besser als Youtube, aber Welten von einer DVD entfernt. Am Bildschirm. Fünf Stunden lang. Für 49 Euro. Ich prophezeie mal, dass der Stream ein Totalflopp wird. Bei der anderen Idee muss man eigentlich nur die Fakten wiederholen, um die geradezu groteske Absurdität der Idee zu bemerken: 15000 Leute auf dem Bayreuther Festplatz beim fünfstündigen Outdoor Public Viewing von Wagner auf Leinwand? Diese Stadt hat irgendwie den Bezug zur Realität völlig verloren.

Samstag, 31. Mai 2008

Freistil (CLXVII)

Ich komme gerade von einem ziemlich großen Flohmarkt. Ich war relativ lange dort, aber das Einzige, was ich trotz angestrengter Suche kaufenswert fand, war eine Rohwolt Taschenbuchausgabe von Philip Roths großartigem Werk „Der menschliche Makel“, die ich in haargenau derselben Version schon besitze. Ich entdeckte sie an einem der umfangreicheren Stände mit allerlei Dingen, der damit warb, dass man hier sechs beliebige Artikel für einen Euro erwerben könne. Ich suchte relativ lange, konnte aber außer dem Buch, das ich schon deswegen haben wollte, weil ich es nicht irgendwem in die Hände fallen lassen wollte, der es nicht wertschätzt, nichts finden und so erwarb ich das Exemplar für 20 Cent. Was ich vorher nicht gesehen hatte, war die innen befindliche Widmung, die so lautet:

„Vielen Dank für die 5 wunderschönen Jahre mit Dir. Frohe Weihnachten 2003 und 25.12.2003. Dein Heinz“


Daneben hat Heinz noch ein kleines Herz hingezeichnet. Was mich daran irritiert ist das zusätzliche Datum. Entweder wünscht Heinz seiner Angebeteten frohe Weihnachten UND einen frohen ersten Weihnachtsfeiertag oder er bezieht sich auf das Datum, an dem er das Buch verschenkt hat, was allerdings genauso seltsam wäre, denn üblicherweise schenkt man doch am Heiligabend, oder? Wie dem auch sei, es scheint jedenfalls nicht geklappt zu haben mit den Beiden, sonst wäre das Buch wohl nicht an einem Grabbelstand wieder aufgetaucht. Schade eigentlich. Literaturgeschmack hat Heinz ja durchaus.

Freistil (CLXVI)

Drüben, in der Papierecke:
Zwei leere Notizbücher sprechen über das Vergessen.

Freitag, 16. Mai 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXIII)

Es ist interessant, zu beobachten, wie die Medien funktionieren: Da wiederholt die Titanic ihren 'Maddie'-Scherz strukturell quasi eins zu eins und überträgt ihn auf den immer noch aktuellen Kriminalfall von Amstetten und schon ist ein neuer 'Skandal' geboren.

Was ist da genau passiert? Die 'seriösen' Medien gieren seit Wochen nach Bildern von den bedauernswerten Opfern von Josef Fritzl, die Titanic macht sich in satirischer Weise genau darüber lustig. Selbiges wiederum finden die sogenannten 'seriösen' Medien völlig geschmacklos, während sie weiter versuchen, mit zum Teil illegalen Methoden in das Krankenhaus einzudringen, in dem sich die Opfer befinden, um ihnen eine Kamera in die Fresse zu halten. Die Titanic selbst greift die Empörung über ihren Witz natürlich sofort wieder auf und nutzt sie für weitere Promo in eigener Sache, wie sie das eigentlich schon immer getan hat.

Ein halbes Jahr liegt zwischen der 'Maddie'-Satire und dieser aktuellen Sache. Und man darf feststellen: Eigentlich hat niemand von den Beteiligten in der Zwischenzeit irgendwas dazugelernt. Außer vielleicht der Titanic, die damals wohl gemerkt hat, dass eine solche vermeintliche Grenzüberschreitungsnummer ziemlich gut zieht. Und in einem halben Jahr, beim nächsten Fall der irgendwie ins Schema passt, drehen wir die Runde dann erneut.

Mittwoch, 5. März 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXII)

Hillary Clintons plötzliches Plädoyer für eine Zusammenarbeit mit Barack Obama im Rennen um die US-Präsidentschaft (mit dem obsoleten Hinweis darauf, dass die Leute nur noch entscheiden müssten, wer dann für welche Position kandidiert) könnte raffinierter kaum sein: Sie weiß natürlich zum einen, dass die Leute wissen, dass sie nie als Vizepräsidentin unter dem viel jüngeren und unerfahreren Obama dienen würde und zum anderen, dass viele nach dem monatelangen Tauziehen die Doppel-Variante inzwischen für die beste Lösung halten. Zudem könnte sich die Partei sicher sein, mit beiden zusammen einen sicheren Sieg gegen John McCain zu erringen.

Geht Obama also auf die Gedankenspielchen seiner Rivalin ein, hat er schon verloren, denn dann gibt es nur noch die Lösung, dass er als der Newcomer der Vizepräsidentschaftskandidat wird. Sperrt er sich hingegen, dann hat er ebenfalls den schwarzen Peter: Er wäre nämlich dann derjenige, der das nun zum ersten Mal wirklich mögliche „Dreamteam“ verhindert.

Wir lernen wieder einmal: Niemals Clinton unterschätzen. Noch gestern sah es so aus, als wäre die Lady endgültig raus aus dem Spiel, heute macht sie wieder Punkte um Punkte und geht, zumindest gefühlt, deutlich in Führung. Obama hingegen scheint sich nach der Niederlage verkrochen zu haben und darüber nachzudenken, wie er jetzt weitermachen soll. Wenn das mal kein Fehler ist.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Tiefenstrukturanalyse (XXI)

“Gott sei Dank dürfen wir Kiffer-Fotos jetzt den Behörden geben“ titelte heute, zumindest für ein paar Stunden, Spiegel Online in Bezug auf ein Interview mit dem StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke. Der Aufschrei in der Bloggerszene und sonstwo im Netz ließ natürlich nicht lange auf sich warten.

Dazu gibt es dreierlei zu sagen: 1) Wer öffentlich Bilder irgendwelcher Art von sich ausstellt, sich dann wundert, dass diese öffentlich sind, und nach "Datenschutz" ruft, dem wurde offenbar das Gehirn schon vor langer Zeit amputiert 2) Wer wirklich glaubt, dass irgendeine Staatsanwaltschaft in Deutschland wegen eines Fotos, das irgendwen beim vermeintlichen Cannabiskonsum zeigt (was übrigens, entgegen der landläufigen Meinung, an sich keine Straftat darstellt, strafbar ist lediglich der Besitz) einen Antrag bei StudiVZ stellt, um den "Klarnamen" zu bekommen (steht der nicht sowieso schon da?) und dann Maßnahmen ergreift, der ist noch dümmer als die Menschen in Kategorie Eins 3) Dass der Spiegel eine solche Schlagzeile bastelt, die locker Bild-Niveau erreicht, ist wirklich schwer verständlich. In dem Interview ist nämlich der zitierte Satz so gar nicht gefallen, er ist lediglich eine "logische Folgerung" des Autors. In Wahrheit springt Spon hier auf einen beliebten Internet- und Blogger-Trend auf, nämlich dem, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf das sicherlich in vielen Punkten wirklich kritisierbare StudiVZ einzudreschen.

Viel Lärm um nichts, also, wieder mal. Die schöne neue Web2.0-Welt produziert Nachrichten, die nur um sie selbst kreisen, aber im Endeffekt keinerlei echten Inhalt haben. Warum also schreibe ich darüber und füge mehr Nichts zu dem Nichts hinzu? Ganz einfach: Weil die Google-Suchbegriffe "Kifferbilder", "Kifferfotos", "Spiegel Online" und "StudiVZ" in den nächsten Tagen sicherlich hunderte bis tausende Menschen auf dieses Blog leiten werden, die ich dringend abgreifen will :). Wenn Du einer von denen bist, dann: Herzlich Willkommen. Hier geht es eigentlich um Kunst, nicht um irgendwelchen neumodischen Internetkuhmist oder Drogenkonsum.

Update: n-tv greift die Vorlage auf und berichtet am 29.03. in der Sendung "Recht & Steuern" über "Spitzelvorwürfe" gegen das StudiVZ und private Daten im Internet.

Freitag, 25. Januar 2008

Tiefenstrukturanalyse (XX)

Heath Ledger spielt im kommenden Film "The Dark Knight" die Rolle des Joker und verstarb kürzlich. Jetzt sieht es so aus, als würde sein Gegenspieler ebenfalls ins Gras beissen müssen, allerdings auf Figurenebene. Bizarr, das, wenn man drüber nachdenkt.

Montag, 21. Januar 2008

iDada (XIV)

Flow.

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Freitag, 21. Dezember 2007

Tiefenstrukturanalyse (XIX)

Geduld und Erinnern sind oft genug, sagt der Mensch hinter hor.de über die Möglichkeit, späte Genugtuung zu erreichen. Das stimmt.

Montag, 17. Dezember 2007

Freistil (CXIII)

Frühmorgends, wenn der Geist offen ist, wach: Ein Mann mit leerem Blick trinkt Bier, ein anderer ißt eine Bratwurst, Mütter kaufen Süßwaren, man sucht Cornflakes, zweimal fünfhundert Gramm, halb so teuer wie die Originalen, in denen nur die Hälfte davon drin ist, quasi vierfach günstiger, die Eier in den 6er Kartons werden kritisch nach solchen mit gesprenkelten Schalen durchsucht (schmecken am Besten), Bohnen in der Gemüsepfanne, ein junger Inder putzt mich mit einem gigantischen Wischmob vom Wurstregal weg, wo war nochmal der Synthiekäse, lieber doch die blaue Nagelbürste, ich brauch' Getränk. Die junge Reporterin begleitet den Oberpfälzer auf der Reise durchs Wunderland Einkaufszentrum. Er ist Kind geblieben in einer Welt, die nichts kindliches hat. Ersteres zumindest hofft er.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Tiefenstrukturanalyse (XVII)

Bedeutung an sich existiert nicht. Sie muss erst geschaffen werden. Die bessere Bedeutung ist dabei immer die, die man selbst schafft, oder noch besser, in Kollaboration mit anderen schafft, so dass man sie auch beim sozialen Interagieren benutzen kann. Dabei gilt in den meisten Fällen: Je weniger Menschen an der Schaffung und Nutzung der jeweiligen Bedeutung beteiligt sind, desto besser ist sie. Kollektive, gesellschaftlich umfassende und erlernte Bedeutungen sind dagegen minderwertig. Darüber hinaus gilt natürlich das, was man „Klischee“ nennt als niederste Form von kollektiver Bedeutung, die einfach jeder versteht und die einen oft derart brutal anspringt, dass man sich ihr nur durch Ignoranz ihre ganzen Existenz entziehen kann.

Freitag, 7. Dezember 2007

iDada (XII)

Die Polizei der Polizei (Das Dada-Ei) – Ein Manifest

Der größte Feind der Kunst ist die Kunst selbst. Alles, was als solche von irgendjemandem anerkannt wird, und das man selbst, in welcher Form auch immer, rezipiert, setzt, wenn auch nur unbewusst, Maßstäbe, denen es zu folgen gilt. Man kann keine Kunst machen, ohne zu wissen, was Kunst ist, aber genau dieses Wissen macht es unmöglich, originell zu sein. Selbst der absichtliche Bruch mit dem, in unserer von "Kunst" und "Kultur" (die Anführungszeichen sind sarkastisch gemeint) völlig durchdrungenen Welt, fast automatisch angesammelten Wissen bezieht sich in der Negation implizit darauf, das ist das Dilemma, dem man einfach nicht mehr entkommt und das zu den diversen Diagnosen eines natürlich niemals stattgefundenen "Todes der Kunst" geführt hat, die allerdings, trotz der Tatsache, dass sie, natürlich in Bezug auf die reine Praxis, unbegründet scheinen, schwer zu ignorieren sind. Nachdem die Avantgarde (und ich verwende den Begriff bewusst in einer bestimmten, argumentativ manipulativen Form, die meine später klar werdende Aussage unterstützen soll) mit ihren Readymades und der monochromatischen Malerei quasi am Ende aller Radikalität ankam, d.h. beim Nichts als Kunst gelandet ist und damit ihren eigenen, in der Konzeption schon enthaltene Kreis geschlossen hat (das Nichts als Anfang und Ende aller Kunst), bleibt allein der Dadaismus, oder viel besser, die grundsätzliche Idee der Dadabewegung als Möglichkeit, dem Dilemma zumindest teilweise zu entrinnen. Selbiges passiert bei Dada vordringlich über folgende Ebenen: a) Die Zufälligkeit als Element der Kunst, die eine bewusste Planung und Konzeption ausklammert, den Künstler als Faktor quasi fast (und "fast" ist hier beinahe zu schwach und auch ungenau mit dem Vorargument verknüpft, denn man ging tatsächlich, auch ohne Bezug auf den Zufall, von fabrikartiger, anonymer Kunstproduktion als Idealbild aus) wegsubtrahiert und den Schaffensprozess und vor allem die seit zu langer Zeit existierende Genieästhetik damit gleichzeitig ironisiert b) Die bewusste Aufbrechung aller Schaffensvarianten in kleinste Teile und die anschließende Rekombination derselben auf der Suche nach einer grundlegend neuen Form von "Sinn", die selbst bei der Sprache an sich nicht haltmacht (man denke an Lautgedichte und Collagen, die leider viel zu wenig Aufmerksamkeit durch die Kritik erhalten haben und erhalten, ebenso wie die traurige Tatsache, dass selbige Genres leider untergingen bzw. in den schmutzigen U-Kultur-Niederungen der Pop-Art re-verortet wurden) c) Die Nicht-Wiederholung des Fehlers, den abstrakte oder moderne Kunst (auch hier an eine sehr spezielle Definition denkend) gemacht hat, der darin besteht, in die tragische Situation zu geraten, umso mehr theoretischen Background zur Selbstlegitimation zu brauchen, umso abstrakter die Sache wird (und die zugehörige, bewusste Ironisierung von genau dieser Situation durch Dada mittels Manifesten, die sich selbst für ungültig erklären) d) Die absichtlich kindliche, nicht-voreingenomme oder auch "primitive" (im Sinne von archaisch-kulturelle) Herangehensweise an den Schaffensprozess e) Die absichtliche (an dieses Adjektiv möge man Zweifel anfügen; evtl. ist auch die schlicht vorhandene Heterogenität der beteiligen Künstler Schuld daran; die Tatsache an sich lässt sich aber nicht leugnen) Nicht-Entwicklung einer ausgeprägten eigenen Ästhetik und die damit einhergehende Vermeidung von Klischees in irgendeiner Form.

All das macht das Verständnis der Kunst im Sinne von Dada, selbst wenn es keine Idealform ist, die, wie zu Beginn erläutert, seit dem Ende der radikalen Zuendeformung der (Anti-)Kunst nicht mehr möglich ist, zum eigentlich einzigen noch Akzeptablen für jemanden, der Kunst nicht im Sinne einer vorgeprägten Ästhetik bloß reproduzieren will bzw. kein vordringlich handwerkliches Verständnis von der Sache hat und der nicht auf den reinen Schockeffekt setzen will, den man in der Vergangenheit oft in die Nähe der Dadabewegung verortet hat, wo er im Grunde nichts verloren hat. Die Avantgarde ist am Ende, die Moderne Kunst, die oft den Anspruch hat, noch Avantgarde sein zu wollen, immer stärker theoretischen Gerüsten verpflichtet, Pop-Art hat sich in Werbung und Design völlig funktionalisiert, die abstrakte Kunst kleckst nur noch zweck- und sinnfrei um eine selbstgeschaffene und längst etablierte Ästhetik herum und spielt dabei, wie auch der ganze, im Grunde gar nicht erwähnenswerte Rest nur mit Varianten von bereits Bekanntem. Wir müssen den Geist des Dada neu beschwören, und sei es aus der schlichten pragmatischen Feststellung heraus, dass er die meiste Freiheit für die Kunst verspricht.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Metareflexion, yeah! (XXIII)

Das ganze Schaffensprozedere ist bisher von allen Theoretikern falsch angegangen worden. Kunst muss aus dem Künstler in der Art geboren werden wie z.b. ein Baum einen Apfel hervorbringt, es muss eine natürliche Geburt sein, die in der Folge auch kein blosses Abbilden von irgendwas, das die Natur schon gemacht hat, sein kann, sondern eine völlig eigenständige Frucht erzeugt.

Kunst ist in der Folge dessen selbstverständlich "abstrakt" oder "fremd" für den, der diesen Prozess nicht erkannt hat. Und der ganze Rest ist eher Journalismus.

Donnerstag, 29. November 2007

Tiefenstrukturanalyse (XVI)

Es ist November. Da drehen einfach alle durch.

Dienstag, 27. November 2007

Tiefenstrukturanalyse (XV)

Wenn ich Dir einen Rat geben sollte, der Dein Leben verändert, dann würde ich folgendes sagen: Sei einfach Dein eigener Maskenbildner.

Freitag, 2. November 2007

Tiefenstrukturanalyse (XIV)

Sonneborn legt mehr Holz ins Feuer. Was die Ach-so-schockierte-Presse übersieht, ist die Tatsache, dass die Titanic sich keineswegs über das Kind lustig macht, sondern über die Berichterstattung. Und neuerdings konsequenterweise auch noch über die Ach-so-schockierte-Presse, nachzulesen unter anderem in diesem irrwitzigen Interview. Mediensatiere eben.