Fast eine Woche ohne diesen Anker. Ich verkümmere.
Montag, 10. November 2008
Sonntag, 2. November 2008
Begegnungen (IV)
Am Hauptbahhnhof Hamburg: Wir kaufen eine Fahrkarte für Swans Bruder, der uns über das Wochenende besucht hatte. Eine ältere, recht gepflegt aussehende Frau spricht uns an und fragt, ob wir nach Bremen fahren würden. Sie sucht offenbar nach Leuten, die sich mit ihr ein Wochenendticket teilen. Fast zeitgleich winken Swan und ich ab: "Ne, ne."
"Unverschämtheit", sagt daraufhin die Alte, als ob es etwas gänzlich entrüstendes wäre, dass wir ein anderes Ziel als Bremen haben könnten.
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Daily Irrsinn (VIII)
Ich habe in letzter Zeit viel gearbeitet und wollte mir etwas gönnen: Ein neuer Blitz für meine Kamera sollte es sein. Und trotz einiger negativer Erfahrungen wollte ich wieder einem kleinen Unternehmen eine Chance geben: Ich bestellte also am Dienstag Abend bei einem Fotohändler aus Wiesbaden, der natürlich nur die unvorteilhaften Zahlungsmethoden „Vorkasse“ oder „Nachnahme“ anbietet, dafür aber auf seiner Webseite damit wirbt, die Ware in der Regel am Tag nach Bestelleingang zu versenden. Leider war es in meinem Fall so, dass ich am Tag nach Bestelleingang lediglich eine automatisch generierte Mail über die Bestellung im Postkasten hatte, die weder Zahlungsinformationen noch sonstige Hinweise auf das weitere Vorgehen zum Erhalt der Bestellung enthielt, sondern lediglich darauf verwies, dass eine zweite, manuell erstellte Bestätigung in Kürze folgen werde. Diese habe ich trotz Rückfrage per Mail heute noch immer nicht erhalten. Eigentlich ist es aber auch egal, denn wenn ich nach zwei Tagen noch nicht einmal weiß, ob und wie meine getätigte Bestellung weiter laufen wird, dann sage ich mit voller Überzeugung: Hallo, Amazon.de.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Metareflexion, yeah! (XXXII)
Wenn man nicht gerade aus einem seltsamen Winkel in den Rückspiegel blickt, dann wird man feststellen, dass man darin ausschließlich sich selbst sieht.
Donnerstag, 18. September 2008
Daily Irrsinn (VII)
Gestern wurde ich zum dritten Mal von der Firma angerufen, bei der ich mich vor nicht allzu langer Zeit als "Geschmackstester" beworben hatte, ohne so genau zu wissen, was das eigentlich ist. Zum dritten Mal musste ich etwa zehn Minuten lang absurde bis skurrile, scheinbar völlig zusammenhangslose Fragen beantworten ("Essen sie Eis gerne im Freien?" "Besitzen sie Haustiere mit mehr als vier Beinen?" oder "Sind sie oder einer ihrer Angehörigen als Pharmazeut tätig?") und, ja, zum dritten Mal bekam ich am Ende den selben Spruch wie immer zu hören: "Leider passen sie dieses mal nicht in unsere Zielgruppe. Aber wir rufen sie demnächst wieder an."
Langsam komme ich mir ja etwas veralbert vor.
Montag, 15. September 2008
Freistil (CLXXIX)
"Ich hasse mich für meine Emotionalität und meine Instabilität. Ich hasse mich für die Art und Weise, wie ich mich selbst manchmal lähme und blockiere, wie ich Dinge grundsätzlich nur aus dem schwärzesten Blickwinkel wahrnehmen kann. Ich bin dabei einfach nur auf der Suche nach einem ganz normalen Leben und nach Menschen, denen ich bedingungslos und permanent vertrauen kann, ich beneide heimlich diejenigen meiner Mitmenschen, die in meinem Alter schon so etwas wie eine eigene Familie haben. Auf der Suche nach etwas Magie im Alltag, das bin ich maximal. Und auf der Flucht vor der Kunst, die mich immer wieder mit ihren manchmal kalten, erbarmungslosen Händen packt und der es so scheißegal ist, wie ich mich fühle, wenn sie mich dazu zwingt, Dinge zu tun, mich vergewaltigt. Sie ist immer da und wird immer da sein, aber sie nimmt mich nicht in den Arm", sagte er.
"Du willst also bedingungslos geliebt werden?", lachte der alte Mann. "Früher gab es solche Dinge, mein Junge. Früher. Heute kannst Du froh sein, wenn sich überhaupt irgendjemand einen Dreck um etwas anderes als sich selbst schert. Du bist dummerweise genau in einer Zeit geboren, in der ein Übergang zu etwas anderem stattfindet, das noch nicht ganz klar ist und Du musst Dich damit arrangieren. Wenn Du Menschen beneidest, die Familie haben, dann beneidest Du nur Illusionen, nur vereinzelte, reaktionäre Verhaltensweisen, die nichts mehr damit zu tun haben, wie die Menschen heute wirklich sind. Die rational beste Lösung ist die, dass Du selbst zu einem Egoisten, oder, wenn Du das aus irgendeinem Grunde nicht kannst, gleichgültig wirst und nur noch auf Dich selbst vertraust. Alles andere zerstört Dich über kurz oder lang. Freu' Dich über die Kunst, freu' Dich, dass sie Dich ausgesucht hat, ihrer Liebe kannst Du Dir sicher sein. Menschen, die an das Gute im Menschen glauben, überleben heute hingegen in der Regel nicht besonders lange."
"Aber ich möchte gerne glauben", sagte er. "Vielleicht sind das nicht in jedem Fall nur Illusionen."
"Ich sehe schon, Du bist noch nicht soweit. Du musst erst noch tiefer fallen. Oder viel öfter", antwortete der Alte und kicherte gehässig in seinen Bart, schadenfroh über die Dinge, die mir seiner Meinung nach zwangsläufig noch zustoßen würden.
Freitag, 29. August 2008
Welcome Home
Zweimal haben wir bereits angehalten, dieses Mal muss unser Fahrer tanken. Die Landesgrenze aber nehmen wir vorher noch, wir sind ja schließlich alle froh, mal wieder in der Gegend zu sein. Wir, das ist ein Haufen von vier zufällig zusammengewürfelten Menschen, die in Hamburg leben und arbeiten, aber doch alle irgendwie im Süden der Republik verwurzelt sind und die sich über mitfahrgelegenheit.de gefunden haben, um eben hierher zu kommen. Ein gerade promovierender Inder, ein Soldat, ein Typ, der eine Ausbildung in der Tourismusbranche macht und ich. Wir stehen gerade zwei Minuten an der Raststätte, noch etwas abseits von den Zapfsäulen, rauchend, als neben uns ein weißer Audi hält. "Guten Abend. Zivilstreife. Wir suchen nach Waffen, Sprengstoff, Drogen", sagt einer der beiden Typen, die eilig aussteigen und mit ihren Ausweisen wedeln. Die Art und Weise, wie er das sagt, erinnert mich an einen Klassenkameraden aus der Grundschule, der Gedichte zwar perfekt auswendig lernen, aber beim Vortrag vor der Klasse nicht richtig intonieren konnte.
"Willkommen in Bayern", murmelt mir der Jüngste in unserer illustren Reisegruppe zu und trifft die Sache damit so haarscharf auf den Punkt, dass ich kurz laut auflachen muss, was für ersten Unmut bei den Beamten sorgt. Die nächste Stunde verbringen wir damit, dass unser komplettes Gepäck durchwühlt wird, dann ziehen die beiden Herren, scheinbar fast beleidigt darüber, dass wir nichts verwertbares dabei hatten, mürrisch ab.
Sonntag, 24. August 2008
Fragestunde (VIII)
Wer sind Ihre Freunde? Menschen, die Sie insgeheim bewundern? Menschen, in deren bloßer Gegenwart Sie sich wohlfühlen? Menschen, in deren Anwesenheit Sie sich benehmen können, wie auch immer Sie wollen, wissend, dass sie nichts von dem, was Sie sagen oder tun falsch verstehen werden?
Mittwoch, 20. August 2008
Daily Irrsinn (VI)
Aus der Reihe: "Passiert das nur mir oder auch anderen Menschen?" (Folge 1372):
Heute: Was passiert, wenn Sebastian eine dringende Bestellung hat?
Er bestellt natürlich bei Amazon. Ist zwar etwas teuerer, aber dafür zuverlässiger und schneller, noch dazu ist die Ware auf Lager. Denkt er. Aber im Logistikzentrum von Amazon macht irgendjemand irgendeinen Fehler, so dass seine Bestellung erstmal vier Tage lang "gleich versendet" wird. Er ruft also dort an und die nette Dame am anderen Ende der Leitung verspricht ihm, sich sofort darum zu kümmern. Tut sie auch, das dauert zwar nochmal einen ganzen Tag, aber dann ist die Ware endlich auf dem Weg. Sebastian wird also bald sein Paket in Händen halten. Glaubt er. Aber er hat nicht daran gedacht, dass da ja auch noch DHL mitspielen muss. Deren Auto fuhr gerade eben gemütlich den dritten Tag seit dem Versand in Folge die Straße runter, in der Sebastian wohnt. Ohne anzuhalten.
Freitag, 8. August 2008
Daily Irrsinn (V)
Die Computerfirma aus Bremen, bei der ich über das Auktionshaus ebay die von Anfang an defekte, externe Festplatte gekauft habe, die gut die Hälfte meiner wichtigsten Daten gefressen hat, ignoriert seit zwei Wochen beharrlich alle e-Mails von mir bezüglich der Rückerstattung meines Geldes, telefonisch ist dort auch niemand erreichbar. Ich hatte die Platte am Ende des letzten Monats zurückgesendet und bin vom Kaufvertrag zurückgetreten. Nach einer Recherche im Netz ist mir inzwischen klar, dass ich bei weitem nicht der Einzige bin, der Probleme mit den Herrschaften hat. Ein geschädigter Kunde hat sogar eine ganze Homepage über die Methoden der Firma erstellt. Ich werde mich nun umfassend juristisch kundig machen und im Notfall auch Strafanzeige erstatten. Das wird noch spannend, schätze ich.
Dienstag, 5. August 2008
Begegnungen (III)
Auf dem Weg zum Einwohnermeldeamt: Wir studieren eifrig die Karten an der U-Bahn-Haltestelle, um die Straße zu finden, in die wir müssen. Eine junge Frau spricht uns an. "Braucht ihr Hilfe?" Wir erklären ihr, was das gesuchte Ziel ist, sie muss in die gleiche Richtung, bietet an, uns zu führen, erzählt in der Zwischenzeit von sich. Sie habe ihr Studium abbrechen müssen aus finanziellen Gründen, arbeite jetzt für das Stadtmagazin Hinz & Kunzt, das überall auf der Straße von Menschen verkauft wird, die so aussehen, als wäre das der letzte Job, den sie noch bekommen könnten. Irgendetwas kommt mir die ganze Zeit komisch vor. Sie redet als ob sie einen Sprachfehler hätte. Erst als sie sich von uns verabschiedet und lächelt, bemerke ich, woran das liegt: Das Mädchen hat im Oberkiefer keinerlei Zähne. Ich tue Swantje gegenüber so, als wäre es das normalste der Welt, ja nicht einmal erwähnenswert und doch schockiert es mich tief.
Samstag, 2. August 2008
Begegnungen (II)
Vor einer Stunde sind wir angekommen in der neuen Wohnung. Hamburg-Hamm. Es ist spätnachts, aber ich kann jetzt noch nicht schlafen, muss noch einmal durch das neue Viertel schleichen. Es ist ruhig hier, von einer größeren Staße abgesehen. Als ich genau diese entlanglaufe, wittere ich den möglichen Ärger, der von einer Gruppe ausländischer Mitbürger jugendlichen Alters, die vor einer Shisha-Bar stehen, ausgehen könnte, schon von weitem. Aber ich darf keine Angst zeigen – das ist jetzt auch meine Stadt – und deswegen gehe ich stur weiter geradeaus. Mein Herz bleibt kurz stehen, als ich einer der Typen von der Gruppe löst und auf mich zukommt. Er frage nach Feuer und weist mich auf meine offenen Schnürsenkel hin. Hatte er auch schon, dass er wegen sowas "derbe auf die Fresse geflogen" sei, erklärt mir der Braungebrannte, der sich als "Khalid, der Albaner" vorstellt. "Ka-ha-a-el-i-De" sagt er, grinst und gibt mir gleich seine Telefonnummer, als ich ihm zu verstehen gebe, dass ich neu in der Gegend bin. "Kannst morgen vorbeikommen, dann können wir einen Joint durchziehen", so sein Vorschlag, den ich nur zögernd zurückweise (man weiß ja nicht, ob er sich dadurch vielleicht beleidigt fühlt) mit dem Hinweis auf die Arbeit, die kurz nach dem Umzug noch ansteht. "Ich bin aus Bayern hierhin gezogen", erkläre ich Khalid, der sich aber "mit den Bundesländern nicht so auskennt". Dafür hat er einen anderen Hinweis für mich: Ihn kenne hier im Viertel jeder und wenn ich mal Stress mit irgendwem hätte, dann solle ich doch einfach ihn anrufen. Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Oder?
Mittwoch, 30. Juli 2008
Rebooting...
In der Einfahrt gegenüber wohnt ein Wiesel. Wenn ich nachts wach bin, um meine Daten von der defekten Festplatte zu überspielen (und das bin ich jede Nacht, denn die Sache dauert lang und ist zeit- und nervenaufreibend) und hin und wieder ans Fenster gehe, um mir eine Zigarette anzustecken, sehe ich es oft von irgendwoher mitten über die Strasse nach Hause kommen. Ich frage mich, was es so treibt dort draußen in Bayreuth.
Mittwoch, 23. Juli 2008
Daily Irrsinn (IV)
Ich ziehe das Pech magisch an, seit heute bin ich mir dessen zu 100% sicher. Ich habe heute nämlich meine neue 1000 GB-Festplatte erhalten, auf die ich schon seit Tagen gewartet hatte und die ich mir zu dem Zwecke bestellt hatte, meine Photos endlich sicher aufzubewahren, weil meine alte externe Platte langsam in die Jahre kommt. Ich kopiere also den ganzen Tag meine Bilder auf die neue Festplatte (weit mehr als 300 Gigabyte an RAW-Daten und PSD-Dateien) und plötzlich tritt irgendein Fehler auf. Mein PC hängt sich auf, ich starte ihn neu und ab diesem Zeitpunkt kann die neue Festplatte nicht mehr gelesen werden, während die Alte treu weiter vor sich hinschnurrt. Habe ich erwähnt, dass ich die Bilder natürlich nicht wirklich auf die Platte kopiert, sondern verschoben habe und dass diverse Datenrettungstools bisher überhaupt kein Ergebnis gebracht haben? Das fühlt sich in etwa so an, als wäre mir ein großer Teil meines Körpers (um genau zu sein handelt es sich um mehr als 75%) amputiert worden. Ich springe gleich aus dem Fenster. Das Blog ist hiermit erstmal auf Urlaub, denn ich habe nichts mehr zum Posten.
Montag, 21. Juli 2008
Daily Irrsinn (III)
Heute habe ich zum dritten Mal versucht, zum Arzt zu gehen. Diesesmal bin ich sogar bis zu Herrn G. durchgedrungen. Aber von vorne: Mein Termin war auf Viertel vor elf gelegt worden und ich war selbstverständlich pünktlich. Das aber änderte nichts an der Schlange an der Rezeption, die bis zur Eingangstür reichte und die eher den Eindruck von Hauptbahnhof als von Arztpraxis vermittelte. Nachdem ich meine Wegelagerergebühr entrichtet hatte und im Wartezimmer (das mehr als zehn Sitzplätze hatte) mit meinem schmerzenden Knie zunächst eine halbe Stunde stehen durfte, begann ich mich bereits zu fragen, was ich eigentlich hier tat. Eine weitere halbe Stunde später hatte ich einen Sitzplatz und es waren ansonsten nur noch Menschen anwesend, die später als ich selbst eingetroffen waren (man hat ja mehr als genug Zeit, die Leute genau zu beobachten, wenn man nichts tut außer warten). Das aber änderte bizarrerweise nichts daran, dass ich noch eine dritte halbe Stunde warten durfte, während mehr und mehr Leute aufgerufen wurden, die meinem naiven Empfinden nach erst nach mir drankommen hätten sollen. Als ich dann endlich in die Röntgenkammer geführt und anschließend erneut im Wartezimmer platziert wurde, hatte ich dann zumindest kurz das Gefühl, dass mir das Ganze am Ende weiterhelfen könnte, was sich leider als Trugschluss entpuppte, denn Herr Dr. G. teilte mir nach einer blitzschnellen, weiteren Untersuchung meines Knies in seinem Sprechzimmer mit, dass ich kerngesund bin und verschrieb mir ein Allerweltsmedikament gegen Schmerzen und Entzündungen, für das ich in der Apotheke weitere zehn Euro zu entrichten hatte. Ich denke, ich werde nun wieder einige Jahre Pause machen, bevor ich das nächste Mal eine Arztpraxis aufsuche. Zumindest davon bin ich vorläufig geheilt.
Freitag, 18. Juli 2008
Daily Irrsinn (II)
Nachdem ich letzte Woche lernen durfte, dass manche Ärzte an manchen Tagen einfach Mittags Feierabend machen (ich hatte ja keine Ahnung - der letzte notwendige Besuch bei einem Nicht-Zahnarzt liegt bei mir fast 10 Jahre in der Vergangenheit), hatte ich mich ausführlich über die Öffnungszeiten bei dem Doktor zwei Straßen weiter informiert und kam ich heute schon recht früh in die Praxis. Ich wurde postwendend wieder nach Hause geschickt. "Immer einen Termin machen", belehrte mich die aufgebretzelte Arzthelferin, als ob sie ein Kleinkind vor sich hätte. Dass ich darauf hinwies, dass ich Schmerzen habe und auch gerne warten würde, änderte leider nichts daran, dass Sie mich auf Montag verwies. Das Beste daran ist, dass eben jene Schmerzen im Knie heute morgen eigentlich gar nicht mehr wirklich vorhanden waren, allerdings wiederkehrten, nachdem ich den nicht ganz kurzen Fußweg von unserer Wohnung zur Bank (Praxisgebühr holen), von dort zur Praxis und wieder nach Hause hinter mich gebracht hatte.
Donnerstag, 10. Juli 2008
Daily Irrsinn (I)
Nach einem unschönen Erlebnis mit einem Passbildautomaten heute morgen (der Automat hat nicht nur die Photos irgendwann einfach gedruckt, obwohl ich eigentlich noch unzufrieden damit war, sondern druckte auch einen schwarzen Querstrich in jedes der Bilder, der natürlich dazu führte, dass das Bild, das insgesamt etwa die Qualität von einem Handyphoto hatte, von der Stadt Bayreuth zurückgewiesen wurde) habe ich mein zukünftiges Passbild anschließend kurzerhand selbst photographiert. Natürlich wurde es ebenfalls abgelehnt: Es sei zu hell. Ärgerlich, aber aufgrund der tatsächlich etwas verschobenen Tonwerte (ich wollte halt blass aussehen) verständlich. Ich ging also ein drittes Mal aufs Amt, diesesmal mit vier zusätzlichen Versionen des Bildes im Gepäck, alle unterschiedlich in Kontrast, Sättigung und Tonwerten von viel zu dunkel bis viel zu hell:

Zunächst wollte der nette Herr, dem ich beim dritten Besuch zugelost wurde (man muss Nummern ziehen und wird dann dorthin gerufen, wo grade frei wird) keines der Bilder annehmen. Die seien alle viel zu dunkel. Als ich ihn darauf hinwies, dass sein Kollege mich vor einer Stunde nach Hause geschickt hatte mit der Aussage, dass eines eben dieser Bilder zu hell sei, kam er mit dem Argument, dass die Pixelzahl sowieso nicht stimmen würde. Die Pixelzahl. Bei einem ausgedruckten Bild. Ich habe ihm nicht erklärt, was DPI sind und warum mein Bild wesentlich mehr davon hat als jedes Automatenbild, sondern schlicht erklärt, dass das Bild 35x45mm hat, was den Anforderungen genau entspricht und darauf bestanden, dass das Bild genommen wird. Nachdem wir dann noch geklärt hatten, dass sich meine Augenfarbe in den letzten Jahren nicht geändert hat, war die Prozedur erledigt. Das Ganze hat insgesamt ca. dreieinhalb Stunden gedauert. Ich hatte irgendwie schon heute morgen im Gefühl, dass die Sache nicht so einfach werden würde.
Donnerstag, 19. Juni 2008
Begegnungen (I)
Auf der Schanzenstraße spricht mich ein bärtiger Obdachloser an, der ein bisschen wie Harry Rowohl oder Karl Marx aussieht: "Hast Du mal 'ne Mark?" Ich weise ihn nicht darauf hin, dass es inzwischen seit 8 Jahren eine neue Währung gibt, sondern antworte freundlich und wahrheitsgemäß im Vorbeigehen mit den Worten "leider nicht", worauf er resignierend entgegnet: "Du lügst doch". Ich drehe mich noch einmal um: "Ich habe selbst nicht viel Geld, sorry". In jetzt agressiverem Ton gibt er mir zur Behebung dieses Problems folgenden Ratschlag: "Dann geh doch mal arbeiten, Mann!"
Dienstag, 26. Februar 2008
Fragestunde (VII)
Welches Verhältnis haben Sie zu der Arbeit, die sie ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Sehen Sie sie als Teil ihrer Persönlichkeit oder ist eher das, was Sie in ihrer Freizeit tun der eigentliche Ausdruck Ihres Selbst?
Donnerstag, 21. Februar 2008
Fragestunde (VI)
Welche Worte benutzen Sie in der Regel, um Menschen zu beschreiben? Lassen sich diese Worte in verschiedene Kategorien einteilen? In welche und von welcher Art sind diese Kategorien? Denken Sie, dass Ihre Art einen Menschen zu beschreiben, sich in irgendeiner Form von der Beschreibung durch jemand anderen unterscheidet?
