Freitag, 31. August 2007

Wrath (2007)

Der politische Kommentar (II)

Wer ist Gotthard Deuse?

a) Ein Politiker ohne jegliches Gespür für political correctness, der gerade ins größte Fettnäpfchen des Jahres getreten ist oder
b) Ein Lügner, der gerne Öl ins Feuer gießt.

Summer's Ghost (2007)

Model: LaLa

Instant Poetry (XXXV)

Marly, die

Marly, die blutende Füße,
die blanke Fluten hört.

Instant Poetry (XXXIV)

Run.Run.Run.

Schwillt die Saphire!

Mein graues Land:
Lasst lieben, Blumen!

Heil er;

Mit Perlen
ungewohnter Zier
sind Amors
SteeplechaseWettläufe noch schöner.

Ums Haus,
Im nächsten: Wendung;
Sind schon am Ende?
Voran, Voran,
Schauer, Drang,

und tief schwebt das Gebirge!

Freistil (LXIX)

Genretypologie (I)

Für uns wurde der Widerstand in dieser Zeit zu einer ernsten Sache, nicht zuletzt aufgrund der sich unter uns wie ein Lauffeuer verbreitenden Neuigkeit vom Tod des Typen, den wir nur "Skin" genannt hatten. Die meisten von uns waren bisher davon ausgegangen, dass er und ein Dutzend seiner Mitarbeiter die letzte Befehlsgewalt innehatten, dass er gewissermassen der Anführer war. Als wir erfuhren, dass er nicht mehr lebte, wurde allen klar, dass stimmte, was einige von uns schon seit Jahren verbreiteten, ohne selbst davon überzeugt zu sein: Dass die Maschinen sich nur noch selbst kontrollierten, dass sich die Welt in einen Phillip K. Dick-Roman verwandelt hatte.

Wir waren uns zunächst sehr sicher, dass diese Neuigkeit die Zahl unsere Anhänger mindestens vervierfachen würde, aber bis auf eine handvoll Zuläufe, die sich explizit auf diese Erkenntnis beriefen, blieb der erwartete Sturm aus. Die meisten Menschen gingen weiter apathisch in die Fabriken, folgten weiterhin den Befehlen ihrer metallenen Vorgesetzten und hatten kein Interesse daran, Fragen zu stellen, solange sie am Ende des Tages mit genug Credits in ihre Appartments zurückkehren und dort die üblichen "Freiheiten" geniessen konnten, die dem Durchschnittmenschen das Leben versüßen.

Es war ein anderes Ereignis, knapp vierzehn Monate später, das meiner Meinung nach die Wende einleitete, die uns schlussendlich zum Sieg führen wird: Der Tod von J., der Tod des dicken, netten, liebenswerten J., der von einer ihrer mit 500m/s durch die Paletten, in deren von uns ausgehöhlten Mitte sich damals unser erstes Hauptquartier befand, geschossenen, dünnen Metallplatten, glatt in der Mitte durchtrennt wurde, nachdem er sich im Schlaf wohl herumgewälzt haben musste, und deswegen auf einem Spalt zwischen zwei Metallkisten lag, als die mir bis heute technisch nicht verständliche "Maschine zur Durchsuchung der Lagerbestände nach Eindringlingen", wohlgemerkt ohne das angeblich immer ertönende Warnsignal, das uns die Möglichkeit geben sollte, aufzugeben, mit ihrer Jagd auf uns begann, wurde zu unseren größten Propagandaerfolg.

Ich kam mir schäbig dabei vor, nachts in den Wohnvierteln Flugblätter zu kleben, auf denen das Foto der zerstückelten Leiche meines besten Freundes zu sehen war, aber ich wusste, dass es unsere große Chance war. Dass es schockierend genug war, um die Leute endlich aufzuwecken, ihnen klarzumachen, dass wir in den letzten 40 Jahren zu Sklaven der Technologie geworden waren und dass das seit Anfang des Jahrzehnts nicht mehr nur eine von paranoiden Verschwörungstheoretikern benutzte und zu belächelnde Metapher war. Der Widerstand hatte mit J. seinen ersten Toten. Und ich machte ihn zum Märtyrer.

Der offene Krieg brach kurz danach aus.

Rebuilt (2007)

Spam (III)

Die Dreharbeiten zum ersten Video von Segam & Andi B. (mein Debüt als Regisseur eines etwas komplexeren Projekts) für Hawkhill Records sind hiermit abgeschlossen. Da Schnitt und Nachbearbeitung aber wohl noch relativ viel Zeit in Anspruch nehmen werden, ist mit einer Premiere in nächster Zeit nicht zu rechnen. Die zugehörigen Promofotos folgen allerdings schon in Kürze.

Mittwoch, 29. August 2007

The Swan & The Tree (2007)

Model: Z.

Flohmarktbriefe (I)

Fritz Ritter an Maria 'Mietze' Priester, 23.Januar 1919:

Herzlieb!

Eben ließ mich Tante, die eine Freundin besuchen will, mit dem Abschiedswort: „Sei nicht bös über mein Fortgehn“ allein in der Wohnung zurück. Ich hätte ihr mit den Worten des Liedes antworten können: „Einsam bin ich, nicht allein“, vor wenigen Minuten hätte auch das weitere, was der Text dieser berühmten Arie besagt, auf meine Lage gepasst; Denn – um mich her im Mondenschein schwebte Dein geliebtes Bild. Ich stand draußen über das Geländer unseres Balkons geneigt, der einen für städtische Begriffe wunderschönen Blick auf die gepflegten Anlagen einer Loge – eine grüne Oase in der Ruinwüste der Großstadt – gewährt. Es herrschte sonntägliche Stille, aus der Ferne nur drang ein fortdauerndes dumpfes Geräusch herüber, die verstummende Stimme des großen Gemeindesees; der Mond arbeitete sich langsam durch eine schwere Wolkenschicht und spaltete sie wie ein Riese, der mit silbernen Hammer ein Bergmassiv zerschlägt. Die Bäume tauchten ihre Kronen in sein weißliches Licht und zogen ein Gewirr dunkler Schattenlinien auf die welken Rasenflächen. Ich blickte dem Nachtgestirn in sein helles Angesicht und bat um ein Wunder. Wie wenn Du Dich plötzlich aus der Luft aus dem Strahlengeflimmer verdichtet hättest, aus dem Lichtgewand deine Gestalt hervorgestiegen wäre wie Venus aus dem Schaum des Meeres! Wenn Du mit einem Mal in holdester Wirklichkeit, leibhaftig mit lieben Lächeln vor mich hingetreten wärst – wie wohl hätte ich Dich empfangen und im Triumph hineingeführt! Lieber noch heimgeführt!

Es geschah aber nichts dergleichen – wie unsäglich nüchtern und prosaisch geht es doch hinieden zu! – Und so musste ich voller Trübsal allein in meine Klause zurückkehren. Da sitze ich denn nun, vergegenwärtige mir die Stunden unseres Zusammenseins, betrachte das einzige Bild, das ich von Dir besitze, und höre dann Rauschen in meinen Ohren zu. Was da rauscht, ist Leben; So eilig rauscht es aber auch dahin. Es kommt mir vor, als läge das gemeinschaftlich durchlebte schon weit zurück. Tiefe Stille liegt über dem ganzen Haus ausgebreitet und eine Empfindung erwacht in mir, ich befinde mich als Einsiedler irgendwo in öder Abgeschiedenheit, wo ich, als Einziges, was mir noch geblieben, von dem Gedächtnis vergangenen Glückes lebte. Doch was für vertracktes Blech bin ich wieder zu faseln im Begriff! Wenn Du mich einen sinnlos-sentimentalen Waschlappen nennst, ist dir nur beizupflichten.

[...]




Danke für die Entschlüsselungshilfe (der Brief ist handschriftlich + in Sütterlin) an mein Herzlieb Swan aka Z. =)...

Negative Growth III (2007)

Model: Z.

Instant Poetry (XXXIII)

Seit

Alles Leben reifen sie;
seit meiner zarten Klinge.

Samstag, 25. August 2007

Think & Dream (2007)

Model: LaLa

Instant Poetry (XXXII)

Doch

Schweig still, Muse, doch Halt!,
Dir offenbahrt sich, weil keiner von uns mächtig ist
(da ihr süße Düfte verachtet).
Dann gesteh's halt ich: Blümchen!

Tiefenstrukturanalyse (IX)

Manche Teile von Dresden liegen direkt in den 80ern.

Donnerstag, 23. August 2007

How To Disappear Completely (2007)

Based on a photo by Paul Schell (used by permission), own photography and stock images from resurgere, tExTuReMaTtIc and sxc.hu.

Wort für Wort (XXIX)

"Erwarte nichts von Leben, dann wirst Du nie enttäuscht." - "Du Scheiß-Emo."

Instant Poetry (XXXI)

Textaufgabe (FrageRechnungAntwort)

mich mein lieb stelle, dich fleht die, er einen bin. FürniemandundnichtsStehn ihr, zerrissen fühlet sich, ihn Verdammten steigen.

Sollt mich blind das Spiegelbild des Wasser kühlen? Auf dem aus deines armen Beeren? Weigerst du?

selber du satt gelobet, es liest sie, du diesen laufen. Oscar mich, aber ists uns, die Wuth verkürzet.

Darf mich reich kein Glas der Duft herüberwehn? Vor ihnen wie seine spielenden Sonnen? Hörest du?

dieses andern hier ists, was begegnet ist, euch ich umklammert. Glocken ihn, hinab spaltet sich, nicht Besorgnis hegen.

Willst uns dicht der Mütter der Unvergänglichkeit geschehen? Zudem an deren rebumsponnen Fensterkreuz? Glaubst du wunderlich?

dieser sich voll sind, ihr behauptet sich, unser uns verschlingt. Mütter innen, kühl macht euch und mein Gemüt.

Dienstag, 21. August 2007

Eaten Alive (2007)

Tiefenstrukturanalyse (VIII)

Auszüge aus den Teilnahmebedingungen für Photographen beim neuen StudiVZ-Wettbewerb "Eleganz":

2.1 Jeder Teilnehmer hat eine Auswahl seiner bisherigen fotografischen Werke (mindestens fünf (5) Fotos), eine Unterstützerliste von mindestens zehn (10) Studierenden und die unterzeichneten Teilnahmebedingungen einzusenden (...)

2.7 Dem Teilnehmer etwa entstehende Kosten, z.B. für die Anfertigung der Fotos und Einsendung der Unterlagen werden nicht erstattet. Eine Rücksendung der Einsendungen an die Teilnehmer erfolgt nicht.

6.1 Mit Einsendung seiner Fotos überträgt der Teilnehmer studiVZ das Eigentum daran. Sämtliche Foto- und/oder Video-Aufnahmen, die im Verlauf des Foto-Shootings vom Gewinner angefertigt werden, stehen im alleinigen Eigentum von studiVZ.

4.2 Der Gewinner des Fotografen-Wettbewerbs wird als Assistent des Profi-Fotografen an sämtlichen Foto-Shootings teilnehmen. Der Gewinner erhält so die Möglichkeit, die Arbeit eines Profi-Fotografen aktiv zu begleiten, insbesondere Vorbereitung, Organisation, Abläufe, die praktische und technische Durchführung und künstlerische Leitung professioneller Fotoaufnahmen hautnah mitzuerleben.

4.4 Der Gewinner des Fotografen-Wettbewerbs darf keine eigene Fotoausrüstung ans Set des Foto-Shootings mitbringen. Insbesondere ist es dem Gewinner nicht gestattet, eigene - nicht ausdrücklich und schriftlich von studiVZ autorisierte - Fotos von den Modells, den Foto-Shootings oder dem Produktionsgeschehen anzufertigen.

5.1 Neben der Teilnahme an den Foto-Shootings erhält der Gewinner ein einmaliges Taschengeld von EUR 500,00 (i. W. fünfhundert Euro).


Mhm... im Klartext heisst das also, dass der sich bewerbende Fotograf mindestens fünf seiner besten Fotos StudiVZ komplett übereignet, dem 'Profi' vor Ort mehrere Tage lang als "Hol-mal-n-Kaffe-und- vielleicht-haste-ja-auch-n-paar-Ideen"-Junge zur Hand geht, selbst nichtmal 'ne Kamera mitbringen darf, und dafür dann ein Taschengeld (sehr zynisch übrigens, diese Formulierung) in Höhe von 500 Euro erhält. Und das Sahnehäubchen: Die eingesandten Abzüge der Bewerbungsfotos behalten sie auch noch :D.

Ernsthaft: Das sind mit Abstand die schlechtesten Teilnahmebedingungen die ich jemals bei einem Fotowettbewerb gesehen habe. Und ich sehe ziemlich viele davon.

Metareflexion, yeah! (XV)

Suchbegriffe, mit denen verschiedene Google-Benutzer laut meinem abgefahren komplexen Besucherstatistikauswertungsprogramm bei diesem Blog landeten (II):

-"http://r3lite.blogspot.com/"
-"lost in colours"
-"48 blues jazz segeln profil"
-"blogspot love"
-"emo poesie"
-"english love poesie"
-"liebesbuch mit dem hasen"
-"lix"
-"Beutekunst zurück"
-"quersumme des datums"


...am besten gefällt mir "Emo Poesie" und Das "Liebesbuch mit dem Hasen", die beiden Sucher sind hier goldrichtig :D. Der User mit "48 blues jazz segeln profil" scheint hingegen schwer verwirrt, hoffentlich hat die Seite das nicht noch verschlimmert. Selbiges könnte auch für denjenigen gelten, der die Adresse von dem Blog bereits kennt, sie aber sicherheitshalber trotzdem nochmal sucht. Es sei denn, er wollte wissen, wo es verlinkt ist. In dem Fall habe ichs wohl mit nem kleinen Cyberstalker zu tun.

Instant Poetry (XXX)

Strikt

Hats übern Berg gewonnen!
Die zählt schon.
Bang die Blumenszene!
Blühe seines Körpers strikt!

Samstag, 18. August 2007

Pianissimo (2007)

Models: Z. & Ann-Mary

Freistil (LXVII)

Kriegstreiber.

Für eine handvoll Dollar würdest Du alles tun, nicht? Du würdest Deine Mutter an einen dahergelaufenen Anzugträger verkaufen, oder? Ja, ja, ich bin ja auch gegen den Krieg. Total gegen den totalen Krieg.

Du riechst auch eher wie ein Flüchtling als ein Soldat. Ich rieche Furcht. Und Soldaten kennen keine Furcht. Ich bin gegen Furcht. Steh' auf. STEH' AUF! Findest Du, dass wir eine Krise haben?

Findest Du, dass ich für diesen Krieg bin? Findest Du, dass ich Krieg will? Vielleicht hast Du Recht. Vielleicht haben wir aber auch schon Krieg, vielleicht gehört es zur psychologischen Kriegsführung, Dich glauben zu lassen, wir hätten noch keinen Krieg. Dir Deinen Glauben zu lassen, Deine Kapitulation auszuhandeln, die wir eigentlich gar nicht mehr brauchen, weil wir die Sieger sind, moralisch ja schon seit Ewigkeiten, jetzt auch militärisch.

Das Schicksal der Leute ohne Gruppenzugehörigkeit ist es, mit anderen in einen Topf geworfen zu werden. Der Mensch braucht Schubladen und im Krieg gibt es nur zwei. Vielleicht wollten wir, wollte ich deswegen den Krieg. Um zu sehen, wer Freund ist. Wer Feind. Und wer sich zuerst in welche Mannschaft stellt, wer übrig bleibt, wie früher beim Sportunterricht und dann am Ende widerwillig von einer Seite genommen wird, nur weil niemand anders mehr übrigbleibt.

Und Du? Du bist der Anführer der Feinde. Du hast selbst gewählt, das zu sein. Niemand hat dazu gezwungen, aber das Ziel war, den, der Deine Rolle spielt, am Ende dazu zu zwingen, sie selbst aufzulösen. Deine Rolle existiert aus meiner Sicht nur aus dem Grunde, sich am Schluss selbst zu negieren, sie existiert, um abgetrieben zu werden vom Darsteller selbst, der dann rausfällt und nur noch ein Jemand ist, ein Jemand ohne Gruppe, den wir dann der Gruppe der Verlierer zuordnen, obwohl er selbst kapituliert hat, ein Jemand, der aber, und das ist der Clou, gar nicht bewusst verloren, sondern rational entschieden hat, zu niemandem mehr zu gehören. FINDEST DU, DASS WIR EIN PROBLEM HABEN?

Findest Du, dass mein Plan funktioniert? Ich finde, er funktioniert. Da draußen feiern sie schon den Sieg. Du musst nicht hinsehen, ich ziehe die Vorhänge zu, ich erspare Dir diese Schande. Findest Du, dass ich grausam bin?

Du spielst Deine Rolle gut. Mach Deinen Frieden mit Dir. Erkennst Du mich dann wieder? Wir hatten Dich sogar ausgesucht. Es war nichtmal Zufall, damals, im letzten Krieg.

Es ist dauernd irgendein Krieg. Niemand gewinnt Kriege.

Der politische Kommentar (I)

Bundeswehr,
Bundestrojaner,
Bundescowboy,
Bundesindianer.

Freitag, 17. August 2007

Unnamed Feeling (2007)

Model: Nancy
Makeup: Katharina C.
Concept Art for a Tim Hommer-Film

Befindlichkeitskurzmeldung (I)

Ich bin gerade wieder einmal im perfekten Zweiklang mit mir selbst.

Donnerstag, 16. August 2007

Rückspiegel (X)

Neulich, als das Wetter den Sturm in den kleinen Ort wehte und ich wieder nicht schlafen konnte, sah ich genau, was Du getan hast, damals, draußen im Regen. Ich sah es in mir, während ich auf eine Kerze blickte. Ich blickte nicht aus dem Fenster, nicht in das vom Himmel fallende Wasser, sondern ins Feuer. Und das war der Trick, der mir vorher nie eingefallen ist. Nun habe ich Dich endlich durchschaut.

Und deswegen formuliere ich hier pathetischen Kitsch, bei dem jeder kotzen muss, der kein Emo ist.

The Birth Of Origin (2005)

Instant Poetry (XXIX)

Total

Der hatte keine falsche Blumen,
oder mich von deiner Früchte gesehen,
zur Dichterin und Langsamkeit:
Gepflückt und total ausgestritten.

Metareflexion, yeah! (XIV)

Hab ich diesesmal den Regenbogen überspannt? Mein Kopf sagt ja, mein Herz schreit nein.

Tiefenstrukturanalyse (VII)

Die Quersumme des heutigen Datums ergibt 24. Wenn das mal nicht mit dem Teufel zugeht.

Mittwoch, 15. August 2007

Making Of (2007)

Model: Natalie